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Elektronenströme // November

Mathias Poledna, Actualité, 16mm film, color, sound, 7:30min, 2001

Mittwoch, 25. November, 19 Uhr im Auditorium des Kunstmuseum Bonn
Vortrag von Anna Dietz über Mathias Poledna

Mathias Poledna (*1965 Wien/A , lebt und arbeitet in Wien/A, Los Angeles/USA) gehört jener Generation von KünstlerInnen an, die zu Beginn der 1990er Jahre im Rückgriff auf die institutionskritische Kunst der 1960er/1970er Jahre und konzeptuelle Praktiken wie Recherche, Analyse und Dokumentation die Infragestellung der Bedingungen und die Re-Politisierung von Kunst vorantrieb.
Unter Berufung auf das gemeinschaftlich-gesellschaftliche Bildgedächtnis der Massenmedien setzt sich Poledna wiederholt kritisch mit den Möglichkeiten der Sichtbarmachung historischer Gegebenheiten in politischen wie populärkulturellen Kontexten auseinander. Die Form der Re-inszenierung und die Technik des Zitates dienen dabei oft als künstlerische Strategien, um die Möglichkeit eines kritisch-konstruktiven Verhältnisses zu Geschichte und Gegenwart zu hinterfragen.

Anhand seiner seit 2001/02 entstandenen filmischen Inszenierung wird Anna Dietz die Vorgehensweise von Mathias Poledna vorstellen und zur Diskussion stellen.
Innerhalb des Vortrages wird darauf Rücksicht genommen werden, dass die Filme nur in einem spezifischen installativen Zusammenhang aufgeführt werden können und werden daher nur anhand von Installationsansichten, Stills und/oder Sounds sichtbar gemacht.

Elektronenströme // Oktober

Mittwoch, 21. Oktober 2009, 19.00 Uhr im Auditorium des Kunstmuseums Bonn, Eintritt frei

Ulu Braun, Westcoast, 2009

Ulu Braun: Werkpräsentation

Ulu Braun, geboren 1976 in Schongau (D) zählt zu den aufstrebenden jungen Künstlern im Spannungsfeld der bildenden Kunst und des Films. Während der vergangenen Jahre hat er seine Filmsprache ungewöhnlich oft neu definiert und ein bereits umfassendes und visionäres Werk geschaffen. Der Collagegedanke scheint das auffälligste Merkmal seiner Arbeiten zu sein. Meist formt Braun aus der Diskrepanz unterschiedlicher Realitäten und Haltungen, eine Gleichzeitigkeit welche poetische und mystische Wirkungen hat. In seinem Real-Miniaturen-Epos "Die Flutung von Viktoria" begeben sich die Protagonisten auf eine Busreise in die Viktoria Ebene, einem Abriss von Neuer und Alter Welt, um diese ein letztes mal mit eigenen Augen zu erleben. Die  Miniatur-Figuren wurden in Echtzeit inszeniert und wirken trotz Nähe zum Material sehr real, welches von den Einstellungen und Dialogen forciert wird. In seiner Real-Fantasy Film-Installation "Rhabarber Boy" geht er der Wahrnehmung eines Urwald-Jungen auf den Grund, welchem als Kontakt zur Außenwelt ausschließlich Comicfiguren zur Seite stehen. Im Hybridvideo "Fish Soup" portraitiert er eine mediterrane Küstenbevölkerung dabei, wie diese unterschwellig und ähnlich eines Rezeptes, das Mittelmeer zu einer gigantischen Suppe verwandelt. In der aktuellen Videoserie, Portraits äber die westliche Welt (bisher "Südwest" und "Westcoast") montiert er nach Leitthemen, Szenen aus Alltags- und Hochkultur zu konzentrierten Landschafts-Panoramen, welche die Wirkungen von Tradition, Globalisierung und Medieneinflüssen einbeziehen.

In den Elektronenströmen wird Ulu Braun neben den wichtigsten Arbeiten der letzten Jahre im Publikumsgespräch auf seine Arbeitsweise und Beweggründe eingehen. Zusätzlich wird er Einblicke in frühe Videoarbeiten, Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern und künftige Videoprojekte geben.

Ulu Braun, Die Flutung von Viktoria, 2004

Elektronenströme // September

                                           Giuseppe Chiari Spoleto Concert, 1974

Mittwoch, 16. September, 19 Uhr im Auditorium des Kunstmuseums Bonn. Eintritt frei.

Julia Draganovic: Als in Italien die Bilder laufen lernten. Zu den Anfängen italienischer Videokunst.

Das Italien der 50er, 60er und 70er Jahre vermittelte nicht unbedingt das Bild einer High Tech Gesellschaft - und dennoch standen die "neuen Medien" sehr früh im Brennpunkt des Interesses einer langen Reihe von Künstlern, Galerien und Kunstkritikern. Bereits 1952 verkündete Lucio Fontana sein "Manifesto del movimento spaziale per la televisione" - und zwar im öffentlichen italienischen Fernsehen.

Ein Blick auf die Protagonisten der frühen Videokunst in Italien hält zahlreiche Überraschungen bereit: Er erfasst eine italienische Künstlerszene im regen Austausch mit den Performance- und Videopionieren aus den USA und Deutschland. Die Kuriositäten reichen von Bill Viola als Aufnahmeleiter und Schnittechniker für Giulio Paolini über Fabrizio Plessi und Christina Kubisch in Performances im Palazzo dei Diamanti in Ferrara und Joseph Kossuth am Pingpongtisch mit Gino de Dominicis bis zum "Auftritt" von Alighiero Boetti und Mario Merz im Deutschen Fernsehen dank der Fernsehgalerie von Gerry Schum.       
Der Vortrag stellt die Hauptakteure der Videoproduktion der 60er und frühen 70er Jahre vor: Produktionsstätten und Galerien, Künstler, Theoretiker und Kuratoren, die sich um die Entwicklung und Verbreitung der Videokunst in Italien verdient gemacht haben.

                                           Kossuth und de Dominicis spielen Tischtennis im Sitzen

                                                                                                                   Mit freundlicher Unterst?tzung von

Look at Beethoven mit Craig Mulholland

Anlässlich der Eröffnung der 4. Ausgabe von "Look at Beethoven" im Rahmen des Internationalen Beethovenfestes Bonn präsentiert der Videonale e.V. Bonn als Koopertaionspartner: "Peer to peer" des schottischen Künstlers Craig Mulholland, Teilnehmer der Videonale 12, 2009. Im Anschluss and das Screening findet ein Gespräch mit dem Künstler statt.

Unter dem Titel "Look at Beethoven" sind in diesem Jahr verschiedene visuelle Aktivitäten vereint: Für den Kurzfilmwettbewerb ermuntert das Beethovenfest seit 2006 Filmstudenten und Filmemacher, aber auch Studenten benachbarter Kunstformen, sich visuell mit Beethoven und klassischer Musik überhaupt auseinanderzusetzen, und hat fünf der zahlreichen Konzepteinsendungen mit einer Förderung prämiert.

Die Eröffnung von "Look at Beethoven 2009" findet statt am:

Donnerstag, den 3. September 2009, um 19 Uhr im Auditorium des Kunstmuseums Bonn.

mit anschließenden Empfang im Kunstmuseum.

Neben "Peer to peer" werden die prämierten Filme und eine Auswahl der, in großer Zahl eingereichten Kurzfilme präsentiert, wie die Installation "Mondscheinsonaten" von Studenten der Kunsthochschule für Medien Köln. Durch den Abend fährt der Filmautor Enrique Sánchez Lansch.

Weitere Informationen unter www.beethovenfest.de/festival-<wbr></wbr>programm/look-at-beethoven/

Elektronenströme // Juni

Mittwoch, 17. Juni 2009, 19.00 Uhr im Auditorium des Kunstmuseums Bonn, Eintritt frei

Still: Luis Buñuel Un chien andalou, 1929

Paul Wiersbinski  Gewalt als Unterhaltung in der Videokunst

Der einfachste surrealistische Akt ist es auf die Straße zu gehen und mit
dem Revolver wahllos in die Menge zu schießen
- Andre Breton

Im Zuge der aktuellen Weltwirtschaftskrise, die oftmals mit den
Entwicklungen der 20er Jahre verglichen wird, kommt oft die Frage auf, in
wieweit das gewalttätige Potential, dass zwischen den beiden Weltkriegen in
Politik, Gesellschaft und Kultur geherrscht hat, auch heute wieder auftreten
k?nnte.

Betrachtet man die Entwicklung der Videokunst bzw. der Kulturindustrie im
Allgemeinen kann man tatsächlich einen zunehmend exzessiven Einsatz
visueller Gewaltdarstellungen beobachten. Waren diese in der Vergangenheit
noch Ausdruck gesellschaftskritischer oder sozialrevolutionärer Äußerungen,
lässt sich seit Beginn der 90er Jahre auch eine Entwicklung beobachten, die
Gewalt zunehmend als Mittel der Unterhaltung verwendet.

Der Vortrag wird anhand zeitgenössischer Beispiele einen Einblick in diese
Entwicklung geben und mit Beispielen aus der Pop- und Filmgeschichte
vergleichen.

Mit:
Luis Bunuel, John Bock, Nathalie Djurberg, Beate Geissler & Oliver Sann,
Alejandro Jodorowsky, Damien Hirst, Harmonie Korine, Paul McCarthy & Mike
Kelley, Mediamarkt, Anna Uddenberg, Anna Witt, u.a.

Elektronenströme // Mai

Matthew Barney als Entered Apprentice
Matthew Barney Cremaster 3: The Third Degree, 2002, Produktionsphotographie
Aus: www.cremaster.net/crem3.htm, 12.01.2009 (Ausschnitt)


Mittwoch 20. Mai 2009, 19 Uhr im Auditorium des Kunstmuseum Bonn

Deborah Bürgel Typologie des Hybriden
The Order: Ein Pars pro Toto für Matthew Barneys Cremaster Cycle

Der fünfteilige Filmzyklus The Cremaster Cycle (1994-2002), das Hauptwerk des US-amerikanischen Bildhauers Matthew Barney, erzählt einen Schöpfungsmythos, der den Körper und seine physiologischen Prozesse als Metaphern für skulpturale Transformation verwendet.
Die Figuren vermischen scheinbar Unvereinbares: Männliches und Weibliches, Mensch und Tier, Organisches und Anorganisches. Ob Chimären, Transvestiten oder Maschinen-Menschen, die Charaktere sind hybride Kompilationen, die der Schöpfer-Künstler einer metamorphotischen Formwerdung unterwirft.
Hybridisierung als Prozess der Formwerdung ist auch in formaler Hinsicht eine zentrale Kategorie für den Zyklus, der Videokunst, Kinofilm, Bildhauerei und Performance, Oper, Musical und Videospiel kreuzt. Matthew Barneys Filme bersten vor einer Fülle von berauschenden, phantastischen und verwirrenden Bildern, die überreich mit Verweisen auf Vorbilder aus der Kunst- und Filmgeschichte, der Alchemie und christlichen Ikonographie, der Freimaurerei und antiken Mythen sowie US-amerikanischer Populärkultur gespickt sind und sicherlich zu den opulentesten Beispielen der Videokunst des ausgehenden letzten Jahrhunderts zählen.
Der Vortrag konzentriert sich angesichts dieser Komplexität auf eine zentrale Sequenz des zuletzt gedrehten Cremaster 3, die als Pars pro Toto betrachtet und vorab gezeigt werden soll. Diese Episode, The Order, die als losgelöstes solitäres Spiel im Spiel unabhängig von der Handlung des Hauptfilms zwischengeschaltet ist, fasst alle fünf Filme zitierend zusammen und bündelt wie ein Brennglas den gesamten Zyklus.
So bietet der Vortrag mit der Vorführung der suggestiven Episode The Order die Möglichkeit, in die überwältigende Bildwelt des komplexen Filmzyklus einzutauchen und vermittelt außerdem durch die exemplarische Analyse der kurzen Sequenz anhand der Kategorie Hybridität, einem zentralen Begriff des Diskurses der 1990er Jahre, einen ersten Zugang zu den hermetischen Arbeiten Matthew Barneys.

Elektronenströme // März

Andy Warhol in der Factory, 1964
(Foto: Fred W. McDarrah)

Mittwoch, 04. März 2009, 19.00 Uhr im Auditorium des Kunstmuseums Bonn, Eintritt frei

Johannes Schmidt "Die Filme von Andy Warhol"
Trotz der überwältigenden Anzahl von mehr als 160 Filmen und etwa 500 filmischen Portraits von bekannten und unbekannten Personen, sogenannten Screen Tests, die alle in dem kurzen Zeitraum zwischen 1963 und 1968 entstanden, wird dem Pop-Art Künstler Andy Warhol als Filmemacher bisher unzureichend Beachtung geschenkt. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von der späten Distribution der Werke -sie begann erst Mitte der 80er Jahre- bis hin zu den herausfordernden Längen einiger Warhol Filme. Zudem wird vielen Arbeiten fälschlicherweise eine Trivialität und kompositorische Amateurhaftigkeit nachgesagt, eine Behauptung, die der Vortrag aufgreifen und anhand einiger Filmbeispiele analysieren wird. Darüber hinaus wird das kinematographische Oeuvre Warhols näher beleucht und es werden die Thematiken, die individuelle Ästhetik, intermediale Bezüge zur Malerei und die einzigartige Bildsprache von Andy Warhol herausgearbeitet.

 

Elektronenströme //Februar

Mittwoch, 25. Februar 2009, 19.00 Uhr im Auditorium des Kunstmuseums Bonn, Eintritt frei

Julia Wirxel "Schwarze Spucke" - ?ber die Videoinstallationen von Gabríela Fridriksdóttir

Gabríela Fridriksdóttir bespielte 2005 den isländischen Pavillon der
Biennale in Venedig und erlangte dadurch international Beachtung. Ihr Werk
ist sehr eigen und rätselhaft, fast undurchdringlich. Julia Wirxel wird
anhand der Videoinstallation Versations/Tetralógía (2005) einen Einblick in
das komplexe Oeuvre Fridriksdóttirs und der darin angelegten individuellen
Mythologie geben.

Gabr?ela Fridriksd?ttir "Versations/Tetral?g?a", 2005 (Production Still)-Courtesy of the artist und gallery i8, Reykjavik und Hamish Morrison Galerie, Berlin

Elektronenströme // Januar

Mittwoch, 14. Januar 2009, 19 Uhr im Auditorium des Kunstmuseum Bonn

Hubertus Butin "Andy Warhol im Bild - Selbstportraits und Selbstdarstellungen"
Kein anderer Künstler aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist so sehr in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit gedrungen wie Andy Warhol. Zweifellos gehört sein oeuvre als wesentlicher Bestandteil zur Geschichte der Pop Art und Popkultur, die er auf vielfältige Weise geprägt hat: Er war Maler, Grafiker, Zeichner, Fotograf, Filmemacher, Musik- und Fernsehproduzent, Autor, Verleger und Fotomodell. Er hat die Vorstellung vom Bild des erfolgreichen Künstlers in der Öffentlichkeit neu definiert und ist zum Helden und Vorbild nachfolgender Künstlergenerationen geworden. Doch basieren Warhols Erfolg, Ruhm und Einfluss allein auf seiner künstlerischen Produktion und ihrem hohen Wiedererkennungswert? Dass ihm sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kunstwelt der Status eines glamourösen Stars, ja einer mythischen Kultfigur zukommt, scheint ganz maßgeblich in der Inszenierung seiner Person und ihrer medialen Präsenz begründet zu sein. Dazu gehören sowohl seine verschiedenen Selbstportraits, die kaum als Instrumente der Selbsterkenntnis fungiert haben, als auch die Bildnisse, die andere Künstler von ihm angefertigt haben, sowie seine Selbstdarstellungen in Katalogen, Zeitschriften, Filmen, Videoclips und in Werbeanzeigen. Der Künstler hat immer wieder geschickt und nachhaltig an seinem eigenen Mythos gearbeitet. Wie sehr all diese Bilder von Warhol weitgehend strategisch als Mittel der eigenen Imagebildung eingesetzt worden sind, wird anhand von zahlreichen Bildbeispielen aufgezeigt und reflektiert.


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